Waisenpension

Beachte: Dieser Artikel bezieht sich auf Versicherte nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG), bei anderen Versicherungsträgern (z.B. GSVG, BSVG) können abweichende Regelungen getroffen sein.

 

Die Waisenpension, die hinterbliebenen Kindern eines verstorbenen, versicherten Elternteils soziale Absicherung garantiert, kann unter gewissen Voraussetzungen auch während des Studiums bezogen werden.

 

Voraussetzungen:

  • Ableben eines Elternteils
  • Kindeseigenschaft des Beziehers
  • Mindest-Versicherungszeit des Verstorbenen

 

Kindeseigenschaft des Beziehers

Grundsätzlich besteht nur bis zum 18. Lebensjahr Anspruch auf Waisenpension. Jedoch kann sich bei aufrechter Schul- oder Berufsausbildung der Anspruch bis zum 27. Lebensjahr erstrecken, sofern Familienbeihilfe bezogen wird oder die Ausbildung ohne Bezug von Familienbeihilfe ernsthaft und zielstrebig betrieben wird.

 

Mindest-Versicherungszeit des Verstorbenen

Um Waisenpension beziehen zu können, muss der verstorbene Elternteil eine gewisse Mindestzeit versichert gewesen sein. Besagte Mindestzeit ist vom Alter des Verstorbenen abhängig:

  • Stichtag/Todestag vor dem 50. Lebensjahr: Der Verstorbene muss in den letzten 120 Kalendermonaten (Rahmenzeit) mindestens 60 Monate versichert gewesen sein.
  • Stichtag/Todestag ab dem 50. Lebensjahr: In diesem Fall ist zu den bereits genannten 60 Versicherungsmonaten zusätzlich für jeden Lebensmonat über 50 ein weiterer versicherter Monat vorzuweisen. Die Rahmenzeit erhöht sich auf den doppelten Zeitraum der vorzuweisenden Versicherungsmonate. Hier ist aber eine Deckelung vorgesehen, d.h. die Erhöhung ist mit einer gewissen Anzahl an Jahren begrenzt.

Die Wartezeit kann auch unabhängig vom Alter erfüllt sein, wenn der Verstorbene mindestens 180 Beitragsmonate oder 300 Versicherungsmonate zum Stichtag erworben hat.

Zum Beispiel: War der verstorbene Elternteil am Stichtag/Todestag 51 Jahre alt, muss dieser daher 72 Versicherungsmonate (60 plus 12 Monate) in den letzten 144 Lebensmonaten (doppelte Rahmenzeit) vorweisen.

Wenn der Verstorbene das 27. Lebensjahr nicht erreicht hat und mindestens sechs Versicherungsmonate vorliegen (ausgenommen Selbstversicherung in der Pensionsversicherung), gilt die Wartezeit als erfüllt. Außerdem ist die Wartezeit immer erfüllt, wenn der Elternteil im Zeitpunkt des Ablebens bereits Pension beansprucht hat.

Beachte: Die Wartezeit ist nicht beachtlich, wenn der Tod bei einem Arbeitsunfall oder aufgrund einer Berufskrankheit eingetreten ist.

 

Abfindung

Wurde die Wartezeit nicht erfüllt, gebührt eine Abfertigung als einmalige finanzielle Unterstützung, sofern der Verstorbene zumindest ein Beitragsmonat erworben hat.

 

Höhe und Auszahlung der Waisenpension

Die Höhe der Waisenpension richtet sich nach der 60-prozentigen Witwenpension, unabhängig davon, ob und in welcher Höhe diese tatsächlich bezogen wird:

Bei einem verstorbenen Elternteil: 40% der Witwenpension.

Bei zwei verstorbenen Elternteilen: 60% der Witwenpension.

Die Auszahlung der Pension erfolgt jeweils am Ersten des Folgemonats. Im Oktober und April wird die Waisenpension zudem doppelt ausgezahlt (Pensionssonderzahlung).

 

Ausgleichszulage

Liegt dein Gesamteinkommen inklusive der Waisenpension unter dem gesetzlichen Mindestbetrag, bekommst du die Ausgleichszulage. Diese beträgt 2017 für:

  • Pensionsberechtigte auf Waisenpension - bis zum 24. Lebensjahr: 327,29 Euro
  • Pensionsberechtigte auf Waisenpension - bis zum 24. Lebensjahr, falls beide Elternteile verstorben sind: 491,43 Euro
  • Pensionsberechtigte auf Waisenpension - nach dem 24. Lebensjahr: 581,60 Euro
  • Pensionsberechtigte auf Waisenpension - nach dem 24. Lebensjahr, falls beide Elternteile verstorben sind: 889,84 Euro

 

Waisenpension und Nebenjob?

Bei der Waisenpension gibt es keine Zuverdienstgrenze wie bei der Familien- oder Studienbeihilfe. Entscheidend ist, ob überwiegend dem Studium und nicht der Beschäftigung nachgegangen wird, wobei eine Beschäftigung vor allem dann ein Problem wird, wenn sie über 20 Wochenstunden in Anspruch nimmt. Außerdem sollte die Beschäftigung unmittelbar mit dem Studium in Verbindung stehen. Jeder Fall des Zuverdienstes wird von einem Gremium der PVA entschieden.


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