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Sustainable Survival Guide

BIO

Nachhaltigkeit geht durch den Magen!

VON FELIX ZICKENHEINER & NOAH LOHRMANN

Story von Stefan Schuster
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aktualisiert am 25.04.2021
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Klimaschutz

Durch den Verzicht auf energieintensive Dünge- und Pflanzenschutzmittel, durch den geringen Maschineneinsatz, durch die Tierhaltung im ökologischen Kreislauf (Ernährung der Tiere durch Futter vom eigenen Hof) und durch die Förderung von gesunden Böden, die CO2 binden, trägt der Biolandbau wesentlich zur Schonung natürlicher Ressourcen bei.  Biolebensmittel werden bevorzugt frisch in der Region vermarktet, was wiederum hilft, Energie zu sparen und das Klima zu schützen.

Global betrachtet stammen zwischen 17 und 32 Prozent der Treibhausgase aus der Landwirtschaft.

Greenpeace - Landwirtschaftsreport

 

Sicherheit bei der Qualität

Immer wieder tauchen in den  Medien Lebensmittel Skandale auf. Schlechte Standards, Überspritzung beim Anbau, sowie Tierfutter Skandale lassen viele Verbraucher über die Qualität nachdenken. Bioprodukte die nicht um die halbe Welt geflogen wurden sind nahrhafter, gesünder und schmecken dementsprechend auch meistens besser.

 

Verschwendung vermeiden

Im Supermarkt findet man fast nur sauberes und optisch einwandfreies Obst und Gemüse. Was nicht den optischen Standard entspricht wird weggeworfen. Dabei hat das Optische nicht unbedingt Einfluss auf die Qualität. Auf dem regionalen Markt, oder im Bio Supermarkt Gemüse zu kaufen, welches auch sichtbar gerade erst aus der Erde kam, mag manchen komisch vorkommen, doch dort bekommt man meist das frischeste und qualitativ hochwertigste Obst und Gemüse.

 

Bio = Tiergerecht

In der biologischen Landwirtschaft dürfen nur Futtermittel eingesetzt werden, die nach EU-Öko-Verordnung als Bio-Futtermittel zertifiziert sind, (EU-Bio-Recht (9)). Jedes Tier hat außerdem eine deutlich größere Fläche, auf denen es sich bewegen kann, sowie geregelte Freilaufzeiten. Die Aufzucht der Jungen und die Zeit, die die Jungtiere bei dem Muttertier ist deutlich länger, als in der Massentierhaltung. 

All diese Punkte sorgen dafür, dass es dem Tier körperlich und mental besser geht, was das Gewissen eines jeden Konsumenten steigert und die tierischen Erzeugnisse außerdem deutlich besser schmecken lässt.

 

Bio = Bodenfruchtbarkeit 

Infolge von Monokulturen, sowie den schweren Maschinen, die bei der Bewirtung eingesetzt werden, Bodenerosionen, sowie durch die registrierte (in den letzten Jahren) steigende Abnahme an Bodenhumus, hat die Bodenfruchtbarkeit in den letzten Jahrzehnten weltweit drastisch abgenommen. Aber sie ist  für die Natur und Biodiversität extrem wichtig !

Das hat fatale Folgen.... Böden können dadurch keine Grundlage für Pflanzenwachstum mehr liefern, in Folge verlieren sie die Fähigkeit Wasser zu speichern, was katastrophale Folgen, wie Überschwemmungen und Hungersnöte zur Folge haben kann. Durch den Abbau der Biomasse wird zudem weiterhin CO2 freigesetzt, was mit biologischer Humusbildung über Kompost und Biologischen Dünger eingespart werden könnte.

 

Bio = Verzicht auf Chemie

Die Biobauern in Österreich verwenden keine chemischen Pflanzenschutzmittel und keine Mineraldünger. Sie setzen auf Gründüngung im Rahmen von Fruchtfolge.. Durch den Verzicht auf chemischen Dünger, Pestizide und Herbizide  leisten Österreichs Biobauern einen großen Beitrag zum Natur-, Wasser- und Klimaschutz und sparen jährlich über 150.000 Tonnen CO2 ein. 

 

Bio = Gentechnikfrei

Der Einsatz von Gentechnik ist bei Bio-Produkten auf keiner Produktions- bzw. Verarbeitungsstufe zulässig. Das bedeutet beispielsweise auch, dass keine gentechnisch veränderten Futtermittel an die Tiere verfüttert werden dürfen und dass Verarbeitungshilfsstoffe, wie das bei Käseherstellung eingesetzte Labferment nicht gentechnisch verändert sein dürfen. Außerdem ist auch die Behandlung von Bio-Lebensmitteln mit ionisierenden Strahlen verboten.

Da bis heute nicht klar ist, welche Folgen der Konsum von genetisch veränderten Nahrungsmitteln für den menschlichen Körper hat, ist dies ein sehr wichtiger Punkt, wenn es um biologische Landwirtschaft/Ernährung geht.

 

Bio = Kreislaufwirtschaft

Im Biolandbau wird darauf Wert gelegt , dass Futtermittel und Düngemittel aus dem eigenen Betrieb stammen und nicht gekauft werden. Sollte die eigene Produktion nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, dann darf nur Futter verwendet werden, welches, wie zu den oben beschrieben Bedingungen, produziert wurde und kaum lange Transportwege hinter sich bringen muss. Dadurch entsteht ein System, in dem natürliche Kreisläufe geschlossen bleiben, bzw. sich erholen können. Außerdem verbleibt so ein Großteil der Wertschöpfung in der Region.

 

BIO Richtlinien: 

Die EU-Bio Verordnung regelt den Bio-Landbau in der Europäischen Union. Sie umfasst die Bereiche Produktion, Verarbeitung, Kontrolle und Import von Bio-Produkten.

Kapitel A8: Österreich war das erste Land weltweit, das staatliche Richtlinien für die biologische Landwirtschaft festgelegt hat. In der Richtlinie Biologische Landwirtschaft des Beirats für die Biologische Produktion, vormals Kapitel A8 im Österreichischen Lebensmittelbuch, regelt Bereiche der biologischen Landwirtschaft, die noch nicht in der EU-Bio-Verordnung definiert sind.

BIO AUSTRIA: Die Mitglieder produzieren gemäß den Verbandsrichtlinien von BIO AUSTRIA, die weit über die EU-Bio-Verordnung hinausgehen.

 

Die Kritik an BIO: 

Wer Lebensmittel mit dem grünen EU-Bio-Siegel oder dem sechseckigen deutschen Bio-Siegel kauft, macht bereits vieles besser. Doch da geht noch mehr! 

Die europäische Bio-Zertifizierung definiert nämlich nur Mindeststandards für die ökologische Landwirtschaft und Tierhaltung, Tierschutzverbände und Aktivisten fordern aber Standards, die weit über die aktuellen hinausgehen. Auch ist die erhoffte und geforderte Transparenz bis heute nicht da. Skandale, wie die aus Bio-Fabriken in Spanien sind Beispiele dafür wie Bio Auflagen missachtet und so Siegel missbraucht werden.

Es geht noch besser: Beim Kauf sollte man den Hinweis auf die Herkunft unter dem Bio-Siegel beachten. Je nachdem, welche Bio-Erzeugnisse an welchem Ort gekauft werden, kann die Herkunft wie bsp. Neuseeland oder Spanien einen riesigen Unterschied in der Ökobilanz machen. Denn Bio ist nicht automatisch vom Bauern nebenan.

Des Weiteren schreibt das EU-Bio-Siegel vor, dass 95 % der Zutaten biologischer Herkunft sein müssen – leider nicht 100 %. Wer deshalb ganz  sicher sein will, verwendet am besten weitgehend unverarbeitete Produkte.

Mit dem Kauf von Produkten mit Siegel der Anbauverbände geht man noch einen Schritt weiter. Die drei bekanntesten Anbauverbände sind Bioland, Demeter und Naturland, es gibt aber noch viele weitere wie etwa Biokreis oder Biopark. Diese Siegel haben oft weitere, speziellere, oder schlichtweg strengere Regeln, wodurch Produkte mit einem weiteren/strengeren  Siegel eine noch bessere Ökobilanz haben können.

Greenpeace Österreich hat 26 Gütesiegel bzw. -zeichen im Lebensmittelbereich hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit für KonsumentInnen und ihres Beitrags zu Umwelt- und Gesundheitsschutz qualitativ bewertet.

Finde die Liste von Greenpeace Österreich hier

Fazit

Wenn ihr sicher gehen wollt, dass mit eurem Essen alles in Ordnung ist und ihr keine Pestizide, Medikamente und Co. im Essen haben wollt, dann sind Bio-Lebensmittel eine gute Alternative für euch. Bio in Österreich ist die schonendste Bewirtschaftungsform, da sie nicht auf Ausbeutung, sondern auf Nachhaltigkeit abzielt.

 

Quellen:

Bio-Austria.at - Was ist Bio?

Bio-Austria.at - Welche Bio Richtlinien gibt es?

Bio-Austria.at - Wie wird Bio in Österreich kontrolliert

Utopia.de - Was ist Bio?

Bioforschung.at - Bio im Detail

EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau

Stern.de - Das Märchen vom guten Bio-Essen

Story von Stefan Schuster
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aktualisiert am 25.04.2021
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