Familien- und Studienbeihilfe beim Studienwechsel

Studienwechsel aufgepasst

Was wird alles als "Studienwechsel" gewertet und welche Folgen können daraus für dich entstehen?

Ein Studienwechsel kann deine Studienbeihilfe/Familienbeihilfe gefährden!

Was ist ein Studienwechsel?

Jede Änderung einer Studienrichtung, d.h. wenn sich die Studienkennzahl ändert (als Studienrichtung gilt bspw. das Bachelorstudium Wirtschaftsrecht, nicht jedoch die Studienzweige des Bachelorstudiums Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: IBW, BW, Winf, VWL & Sozioökonomie).

  1. Bei kombinationspflichtigen Studien auch bei Änderung einer der beiden Studienrichtungen.
  2. Die „Rückkehr“ zu einer ursprünglich betriebenen Studienrichtung, wenn dazwischen eine andere Studienrichtung betrieben wurde.
  3. Bei Betreiben eines Doppelstudiums: Wenn bei einem Folgeantrag die Beihilfe für eine andere Studienrichtung beantragt wird. Das gleichzeitige Studieren mehrerer Studienrichtungen hat jedoch an und für sich keine Auswirkungen auf die Beihilfen, solange im sog. Hauptstudium der geforderte Leistungsnachweis erbracht wird.

Was ist kein Studienwechsel?

Wechsel des Studienplanes, d.h. wenn man auf einen neuen Studienplan derselben Studienrichtung wechselt. Die Studienkennzahl ändert sich dabei nicht (bspw. BaWiRe 09 auf BaWiRe 12).

  1. Studienwechsel,  bei dem die gesamte Vorstudienzeit für die Anspruchsdauer des nunmehr betriebenen Studiums berücksichtigt werden kann.
  2. Studienwechsel, der durch ein unabwendbares Ereignis ohne Verschulden des Studenten zwingend herbeigeführt wird.
  3. Die Aufnahme eines Masterstudiums nach Abschluss des Bachelorstudiums.
  4. Die Aufnahme eines Doktoratsstudiums nach Abschluss des Diplom- oder Masterstudiums.

Hinweis: Beim Wechsel des Studienortes (d.h. der Studieneinrichtung) bei gleichbleibender Studienrichtung (Bsp.: Wechsel von Jus an der Uni Linz auf Jus an der Uni Wien) muss bei der Familienbeihilfe eine Vergleichbarkeitsprüfung durchgeführt werden.

Stellt sich dabei heraus, dass die beiden Studien vergleichbar sind, dann liegt kein Studienwechsel vor. Solltest du betroffen sein oder Fragen dazu haben, dann kannst du dich jederzeit an das Sozialreferat wenden! soziales@oeh-wu.at

Wann ist ein Studienwechsel „unschädlich“?

In folgenden Fällen bleibt dein Anspruch auf die jeweilige Beihilfe aufrecht:

  • Du hast dein Studium nicht öfter als zwei Mal gewechselt.
  • Du hast dein Studium nicht später als in der Zulassungsfrist des dritten Semesters gewechselt.

Beispiel 1:

WS  2014:    Bachelor Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
SS    2015:    Bachelor Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
WS  2015:    Bachelor Wirtschaftsrecht

Der Wechsel nach dem zweiten Semester ist unschädlich.

Beispiel 2:

WS  2013:    Jus
SS    2014:    Bachelor Wirtschaftsrecht
WS  2014:    Bachelor Wirtschaftsrecht
SS    2015:    Bachelor Wirtschaftsrecht
WS  2015:    Bachelor Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Der erste Wechsel von Jus auf Wirtschaftsrecht ist unschädlich, da er nach einem Semester erfolgte. Der zweite Wechsel im Wintersemester 2015 ist hingegen schädlich, da erst nach drei Semestern gewechselt wurde.

Bei einem verspäteten Wechsel verlierst du zwar unmittelbar den Anspruch, kannst aber wieder beziehen, sofern du im neuen Studium so viele Semester wie in den vorigen Studien inskribiert warst. Anerkannte Prüfungen verkürzen jedoch die Wartezeit.

Wird das Studium öfter als zwei Mal gewechselt, geht der Anspruch für ein inländisches Hochschulstudium für immer verloren.

Ein Beispiel:

WS  2014:    Jus
SS    2015:    Jus
WS  2015:    Jus
SS    2016:    Bachelor Wirtschaftsrecht

In diesem Fall müsste grundsätzlich drei Semester zugewartet werden, bis man für das Bachelorstudium Wirtschaftsrecht wieder Beihilfen beziehen könnte. Werden vom Jusstudium jedoch zwischen einem und 30 ECTS im neuen Hauptstudium anerkannt, so verkürzt sich die Wartezeit um ein Semester, werden zwischen 31 und 60 ECTS anerkannt um zwei usw.

Studienwechsel und Studienerfolg

Der notwendige Studienerfolg, der nach den ersten zwei Semestern erbracht werden muss, setzt sich aus allen inskribierten Studien zusammen. Es ist unerheblich, ob die Prüfungen im neuen Hauptstudium anerkannt werden können oder nicht.

Ein Beispiel:

WS 2014:    Jus (8 ECTS)
SS   2015:    Bachelor Wirtschaftsrecht (10 ECTS)

Der Studienerfolg für den Weiterbezug der Familienbeihilfe (mindestens 16 ECTS oder 8 SSt) wurde wie auch der Mindeststudienerfolg für die Vermeidung der Rückzahlung der Studienbeihilfe erbracht.

Hinweis: Wurde der Studienerfolg nach den ersten beiden Semestern erbracht, so muss im Falle eines anschließenden Studienwechsels bei der Studienbeihilfe erneut nach den ersten beiden Semestern des neuen Studiums der Studienerfolg erbracht werden (§ 20 Abs 1 Z 2 StudFG). Bei der Familienbeihilfe fehlt eine derartige Bestimmung, daher muss der Studienerfolg nur einmal – nach dem ersten Studienjahr – erbracht werden. Erfolgt anschließend ein Studienwechsel, so muss nach einem weiteren Studienjahr im neuen Studium kein expliziter Studienerfolg nachgewiesen werden.

Erlöschen der Studienbeihilfe: Wenn du während des Zuerkennungszeitraumes (zwei Semester oder ein Ausbildungsjahr) die Studienrichtung wechselst, erlischt der Anspruch auf Studienbeihilfe. Für die neue Studienrichtung ist neuerlich ein persönlicher Antrag zu stellen!

Viele Informationen findest du auch in unserer Sozialbroschüre! Bei Fragen kannst du dich gerne unter soziales@oeh-wu.at melden.
Um dir einen Überblick zu verschaffen, aber auch um dich individuell beraten zu können, laden wir dich herzlich zum Sozialtag der ÖH WU ein, wo sowohl das ÖH WU BeratungsZentrum, als auch Vertreter von Beitragsstellen vor Ort sind.

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