PI – NEXT LEVEL

Du sitzt in PIs deine Zeit ab, obwohl du noch eine Arbeit zu schreiben hast, im Büro sein solltest oder sinnvoll in der Bibliothek lernen könntest? Wir wollen, dass du möglichst viele Freiheiten in deinem Studium hast und dir deine  Zeit flexibel einteilen kannst. Wie das möglich ist? Mit der Einführung neuer Lehrveranstaltungstypen!

Du sitzt in PIs deine Zeit ab, obwohl du noch eine Arbeit zu schreiben hast, im Büro sein solltest oder sinnvoll in der Bibliothek lernen könntest? Wir wollen, dass du möglichst viele Freiheiten in deinem Studium hast und dir deine  Zeit flexibel einteilen kannst. Wie das möglich ist? Mit der Einführung neuer Lehrveranstaltungstypen!

 

FP – LVP – PI: Was ist was?

Neben der Fachprüfung (FP) gibt es an der WU nur zwei weitere Lehrveranstaltungstypen: die Lehrveranstaltungsprüfung (LVP) und Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter (PI).

Während die LVPs – also Abschlussprüfungen von Lehrveranstaltungen mit Vorlesungscharakter im Rahmen der Prüfungswochen – vor allem am Beginn des Studiums sehr häufig sind, findet man ab dem Hauptstudium meist nur noch PIs.

PIs müssen sich aus mindestens drei Teilleistungen zusammensetzen. Bei entschuldigter Abwesenheit muss es eine Wiederholungsmöglichkeit für Teilleistungen, die allein entscheidend für den positiven Abschluss sind, geben.

Die FPs sind vor allem im Wirtschaftsrecht-Studium und in den SBWLs sehr häufig und bestehen aus einem schriftlichen und gegebenenfalls mündlichen Prüfungsteil, zu dem man erst nach positivem Absolvieren des schriftlichen Teils antreten kann.

 

Anwesenheitspflicht vs. Berufstätigkeit

Sehr viele Studierende, vor allem Berufstätige, beklagen sich im Laufe des WU-Studiums über die vielen PIs, verbunden mit einer hohen Anwesenheitspflicht im WU-Studium. Im Durchschnitt kommt man im WU-Studium auf rund 85 Prozent Anwesenheit – im Vergleich zu anderen Studiengängen und Universitäten in Österreich ist die WU damit im Spitzenfeld angesiedelt.

In den letzten Jahren haben wir, deine ÖH WU, schon Verbesserungen erreichen können. In EBC  können sich berufstätige Studierende, mit einem entsprechenden Nachweis über ihre Beschäftigung, vorab für einige geblockte Lehrveranstaltungen oder Lehrveranstaltungen zu Tagesrandzeiten anmelden, was auch die Planungssicherheit merklich steigert.

Durch die hohe Anwesenheit sind wir in unserer Flexibilität stark eingeschränkt und müssen uns in unseren Planungen sehr stark nach den Vorlesungen richten. Es macht keinen Sinn, gegen den Willen der Studierenden immer mehr LVPs in PIs umzuwandeln, wenn dadurch die Qualität nicht verbessert wird. Zeit in Pis, ohne didaktischen Mehrwert, absitzen zu müssen, ist ärgerlich und bringt keinem der Beteiligten etwas. Gibt es Anwesenheitsplicht, dann muss sie qualitativ gerechtfertigt sein.

 

Neue Lehrveranstaltungsformen?

Bereits bei den jüngsten Diskussionen haben wir die Meinung der WU-Studenten vertreten und uns vehement gegen eine Umwandlung von LVPs in PIs eingesetzt. Um an der WU fairer, flexibler und qualitativ hochwertiger studieren zu können, haben wir auch die Diskussion über ganz neue LV-Typen angeregt.

Aktuell wird über neue Formen von Lehrveranstaltungen auf Basis von Pis gesprochen. Damit du auch auf dem aktuellen Stand bist und dich aktiv einbringen kannst, bieten wir dir einen Überblick über den aktuellen Vorschlag.

Auch in Zukunft soll es die drei bereits bestehenden Lehrveranstaltungstypen PI, FP, LVP in der momentanen Form geben. Die folgenden zusätzlichen LV-Typen sind zur Zeit im Gespräch:

 

Vorlesungsübung (VUE)

o   Die VUE ist eine Mischung aus LVP und PI. Das bedeutet, die Lehrveranstaltung soll aus einem Übungs- und einem Theorieteil bestehen.

o   Charakteristika:

  • volle Präsenzlehre
  • reduzierte Anwesenheitspflicht (mind. 50 %)
  • Beurteilung mit Noten 1-5
  • mind. 2 Teilleistungen
  • Eine Teilleistung kann allein für den positiven Abschluss entscheidend sein.
  • Wiederholungstermin notwendig, wenn eine Teilleistung entscheidend und termingebunden ist.

o   Wichtig: Bei der Umsetzung muss besonders auf die Anzahl und Gewichtung der Teilleistungen geachtet werden. Es soll keine Lehrveranstaltung entstehen, die annähernd gleich hohe Anwesenheit wie eine PI erfordert, aber über nur zwei Teilleistungen verfügt. Außerdem stellt sich  noch die Frage, ob und wie VUEs geblockt angeboten werden können.

 

Forschungsseminare (FS)

o   LV mit Coaching-Charakter und hohem Anteil selbständiger studentischer Arbeit außerhalb des Hörsaals

o   Charakteristika:

  • reduzierte Präsenzlehre möglich
  • reduzierte Anwesenheitspflicht möglich
  • mind. 2 Teilleistungen
  • Eine Teilleistung kann allein für den positiven Abschluss entscheidend sein.
  • Beurteilung mit Noten 1-5

o   Bei Lehrveranstaltungen, die zukünftig als VUE abgehalten werden, muss frühzeitig klar festgelegt sein, wann und in welchem Umfang Anwesenheit notwendig ist, um die Planbarkeit für die Studierenden auch wirklich zu gewährleisten.

         

Modulprüfungen (MP)

o   Prüfungen, die dem Nachweis der Kenntnisse und Fähigkeiten dienen, welche durch mehrere Lehrveranstaltungen vermittelt werden.

o   Charakteristika:

  • Lehrveranstaltungen mit verminderter Anwesenheit
  • schriftlicher und mündlicher Prüfungsteil
  • positive Beurteilung der Lehrveranstaltung als Voraussetzung für Zulassung zur Prüfung
  • Beurteilung mit Noten 1-5

o   Dieser LV-Typ wird frühestens im WS 2019/20 angeboten. Auch wenn die Umsetzung noch nicht so zeitnah erfolgen wird, haben wir uns, als ÖH WU, gegenüber dem Rektorat bereits klar dagegen ausgesprochen, dass hier das Prüfungsniveau bzw. die Workload erhöht wird. Nur unter dieser Bedingung und gleichzeitiger Qualitätssteigerung in der Lehre werden wir diesen LV-Typ mittragen.

 

Arbeitsgemeinschaften (AG)

o   Lehrveranstaltungen, in denen gemeinsam gearbeitet wird und für die keine differenzierte Notenvergabe sinnvoll ist

o   Charakteristika:

  • volle Präsenzlehre
  • volle Anwesenheitspflicht (> 80 %)
  • Teilleistungen möglich, aber nicht notwendig
  • Beurteilung mit ›Mit Erfolg teilgenommen‹ bzw. ›Nicht mit Erfolg teilgenommen‹

o   Dieser LV-Typ wird nur in Masterprogramme implementiert. Hier ist der ausschlaggebende Punkt, dass er nur dort zur Anwendung kommt, wo eine Benotung auch wirklich keinen Sinn macht (wie z.B. bei einem eintägigen Bewerbungstraining). Nur weil eine Prüfung vom Schwierigkeitsniveau her niedriger ist, sollte sie aber nicht in eine AG umgewandelt werden.

 

Wie findest du den Vorschlag?

Mit den neuen LV-Typen soll die Anwesenheit im Studium deutlich verringert werden, was besonders für berufstätige Studierende eine große Erleichterung darstellen würde. Die neuen LV-Typen dürfen aber auf keinen Fall dafür genutzt werden, um das WU-Studium, durch die Hintertüre, noch verschulter zu machen. Es muss sichergestellt sein, dass damit auch die Qualität in der Lehre und bei den Vortragenden verbessert wird.

Über den Vorschlag der neuen LV-Typen, im Rahmen der Prüfungsordnung, soll Anfang Dezember in der Kommission für Studienangelegenheiten abgestimmt werden. Sollte der Antrag positiv abgehandelt werden, startet die Diskussion darüber, welcher Planpunkt im Studium in welchen LV-Typ umgewandelt werden soll.

Für uns ist klar: Wir wollen eine echte Verbesserung im Studium und für uns WU-Studierende erreichen. Es darf nicht bei Überschriften bleiben, sondern es muss seitens der WU und den Instituten sowie Planpunktverantwortlichen ein klares Bekenntnis zu mehr Flexibilität im Studium geben.

Wir wollen dir die Möglichkeit geben, dich einzubringen. Sag uns deine Meinung via Facebook oder auch per Mail unter mitbestimmung@oeh-wu.at.


Mittwoch, 01.11.2017 um 08:00

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