Ist Introversion ein Luxus, den man sich heute nicht leisten kann?

„Ich bin weder schüchtern, arrogant noch ungesellig, obwohl mich viele dafür halten.“ Introvertierte Menschen sind in der heutigen Zeit immer noch eine wenig verstandene Randgruppe. Aber warum ist das so? Wie kann man diesen Vorurteilen entgegenwirken? Wie gehe ich damit um?

Der Grund dafür ist, dass Introversion im Alltag häufig mit Schüchternheit verwechselt wird. Dabei haben schüchterne Menschen häufig Schwierigkeiten beim Kontakt mit anderen Menschen, während Intros Geselligkeit zwar genießen, jedoch nicht immerzu brauchen. Zunächst muss gesagt werden, dass es keine vollkommen introvertierten und extrovertierten Menschen gibt. Wir stehen irgendwo dazwischen, jedoch meist mit einer Tendenz zu einer der beiden Charakterzüge. Es gibt aber auch Menschen, die sich in der Mitte der Skala befinden und sich in beiden Welten gleichermaßen wohlfühlen. Sie werden als ambivertiert bezeichnet.

Intro- und Extroversion sind angeborene Veranlagungen, die im Laufe des Lebens relativ stabil bleiben. Dabei ist keine der Eigenschaften besser oder schlechter. Die Gesellschaft braucht Intros und Extros gleichermaßen. Es ist jedoch leider schon so, dass die Welt, in der wir leben, nicht für Intros gemacht ist. Wenn wir ehrlich sind, sind es die Lauten, die Führungspositionen dieser Welt bestreiten; die im Rampenlicht stehen; das „große Geld“ verdienen. Extroversion wird in unserer Gesellschaft oft als das „Idealbild“ bezeichnet. Es kann für Intros sehr schwierig sein, sich zu behaupten und in Studium und Beruf Erfolg zu haben. Hier findest du fünf Tipps, die dir helfen, deine Introversion für dich zu nutzen.

 

  1. Tanke die richtige Energie

Introvertierte und Extrovertierte beziehen ihre Energie aus unterschiedlichen Quellen. Was für den Einen ermüdend ist, kann den Anderen auftanken. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und nicht versuchst, dich in die Jacke zu zwängen, die wir als „gesellschaftliche Norm“ bezeichnen. Wenn du deine Batterien wieder auflädst, indem du zu Hause ein Buch liest, kochst oder Sport machst, ist das vollkommen okay.  Es macht dich auf Dauer nur unglücklich, gegen deine Natur zu leben und jedes Wochenende feiern zu gehen, obwohl du lieber für dich bist. 

 

  1. Nutze deine Stärken

Versuche das Beste aus deinen Fähigkeiten machen. Halte dir die Sachen vor Augen, die du kannst und nicht jene, die dir nicht liegen. Introvertierte Menschen sind zum Beispiel gute Zuhörer und Verhandlungspartner, weil sie alles genauer analysieren und vor einer Entscheidung die Risiken genauer abwägen.  Außerdem sind Intros wohlüberlegt, geduldig und tiefsinnig. Als unabhängige Denker ermutigen sie auch andere Personen in ihrem Umfeld zu kritischem und eigenständigem Denken. Du siehst: Als Intro bist du sehr wohl dazu geboren, eine Führungsposition einzunehmen, nicht obwohl, sondern weil du so bist wie du bist.

 

  1. Ergreife Chancen

Auch wenn es schwer fällt: Steh auf und zeige, was du kannst. Besonders für Intros ist es wichtig, sich zu behaupten und die eigenen Erfolge in den Mittelpunkt zu rücken. Die Anerkennung für richtig und gut gemachte Arbeit ist ein großer Motivator für zukünftige Projekte und stärkt das Selbstbewusstsein. 

 

  1. Bleibe positiv

Es wird sie immer geben: Mit-Studenten, die deine Leistung runtermachen; Arbeitskollegen, die deine Effizienz in Frage stellen; Chefs, die deine Qualifikationen nicht sehen wollen. Gib sogenannten „Tyrannen“ und „Energieräubern“ keine Macht, indem du an dir selbst zweifelst oder davor scheust eine Führungsposition zu übernehmen. Im Falle von Konfrontationen hilft nur ruhig bleiben und, wenn möglich, nächstes Mal einfach aus dem Weg gehen.

 

  1. Suche dir Verbündete

Zu zweit ist vieles leichter (und auch lustiger): ein Referat vorbereiten, für Prüfungen lernen und in die Mensa gehen. Zugegeben: Als Extro betrittst du eine Party und hast nach zwei Stunden fünf neue beste Freunde, während du als Mitglied der Intro-Gruppe deine Freunde sorgfältiger auswählst. Die Kontakte, die Introvertierte haben, pflegen sie aufrichtig und regelmäßig. Das heißt aber nicht, dass Freundschaften zwischen intro- und extrovertierten Menschen aufgrund der Unterschiede nicht funktionieren können. Im Gegenteil: Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten ergänzen sich wunderbar.

 

Hoffentlich konnten dir diese Tipps helfen, deine vermeintliche Schwäche zur Stärke zu machen. Fun Fact: Es gibt sogar einige bedeutende Personen, die introvertiert sind. Dazu zählen unter anderem Mahatma Gandhi, Albert Einstein, Marilyn Monroe und J.K. Rowling. Und wenn J.K. Rowling nicht erfolgreich ist, wer dann?

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Story von Nadja Riahi
Foto von Unsplash


Dienstag, 07.03.2017 um 09:44

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