Festival vs. Reality: Als Festivalbesucher gerüstet für den Alltag

Wenn die Crème de la Crème die Bühne zum Beben bringt, 180.000 Besucher vier Tage lang im Ausnahmezustand leben und ganze Felder zu einem Zeltlager mutieren, genau dann ist zum sechsten Mal das Electric Love Festival am Salzburgring eingezogen. Was wir als Besucher genau hier für den Alltag lernen können und was weiterhin reine Festivalangelegenheit bleiben darf? Ich war vor Ort.

(C) Patrick_Ziebermayr

Organisation

Zu einem Festival Abenteuer gehört selbstverständlich mehr als nur seine gute Laune einzupacken. Vom richtigen Equipment bis hin zur Anreise lehrt ein Festivalbesuch vor allem eins: gute Organisation ist die halbe Miete. Ein Camping-Neuling wird spätestens am Zeltplatz feststellen, wie viel besser die Nachbarn mit Pavillon, Campingstuhl und Gasbrenner ausgestattet sind. Aber keine Sorge: spätestens nach der vierten oder fünften Festival Erfahrung zählt jeder zur Gattung der Einpackmeister und darf ohne schlechtes Gewissen „Organisationstalent“ in den CV schreiben. 

 

„Eine gute Ausstattung von Zelt & Co. verbessert den Komfort und damit den Festival-Alltag erheblich.“ M.,21

 

Hilfsbereitschaft

Im Alltag blenden wir leider häufig Situationen aus, in denen andere unsere Hilfe benötigen. Wir vertrauen darauf, dass sich jemand anderer dieser erbarmen wird. Nicht so auf Festivals: Der Grundsatz >sharing is caring< wird nirgends so gelebt wie hier. Neben dem Verleih diverser Camping-Utensilien wird auch beim Tragen und Zelt aufbauen tatkräftig unter die Arme gegriffen. Es ist ein geben und nehmen - als kleine Aufmerksamkeit revanchiert man sich bei dem Helferlein am besten mit einem Lächeln oder einer Dose Bier. Und wir lernen dabei: helfen tut gut und macht uns selbst auch glücklich. 

 

Neue Kontakte knüpfen

Schüchterne Personen aufgepasst: am Electric Love erlebt ihr wie einfach es sein kann, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Denn hier zählt an oberster Stelle die Community. Selbst wenn man sich dazu entscheidet alleine anzureisen, muss man keine Angst haben, keinen Anschluss zu finden. Auch wer normalerweise nicht den Mut hat: quatschen und angequatscht werden, es passiert von ganz allein. Durch diese angenehme Offenheit wird Netzwerken zu einem Spaziergang und ermutigt auch im Alltag neue Wege zu gehen. Und sei es nur ein kurzer Small-Talk in der nächsten Vorlesung, es gibt nichts zu verlieren.  

(C) Philipp Kratzer

Stressabbau

Alltagstrotz, Stress und Sorgen müssen draußen bleiben. Kaum hat man das Festivalgelände betreten, taucht man auch schon ein in die sorgenfreie Parallelwelt, in der die einzige Regel lautet: lebe den Moment. Bei ausgelassener Stimmung, einzigartigen Bühnenshows und beim Tanzen mit Gleichgesinnten spüren wir wieder, wie es sich anfühlt lebendig zu sein. Im Gegensatz zur Normalität: gefangen im Hamsterrad der Gewohnheit vergessen wir häufig auf eine Auszeit. Neben Uni, Jobs und Lernen ist es wichtig eine Balance zu schaffen und sich Zeit für sich zu nehmen.  

 

Was am Festival passiert, bleibt am Festival: 

Wenn am Campingplatz selbst um 6 Uhr Früh noch keiner ans schlafen denkt, der gesamte Platz zur Toilette wird und die Dusche sich anfühlt wie die Ice Bucket Challenge, dann wird klar: es gibt auch Schattenseiten. Das Zelt, laute Nachbarn, Dixi-Klo’s und Gemeinschaftsduschen, gehören zu einem richtigen Festival einfach dazu, dürfen dem Alltag aber gerne fernbleiben. Nach einem Wochenende voller Party, Musik und schlaflosen Nächten fühlt sich die warme Dusche und das eigene Bett an wie der Himmel auf Erden. 

„Eigentlich ist es purer Wahnsinn, dass man sich sowas antut, aber die Stimmung ist einfach geil.“ P., 28

 (C) Geoffrey Hubbel

 von Regina Pretscher, Redakteurin STEIL, ÖH WU Wien
* sämtliche Bilder wurden von der Presseredaktion des Electric Love Festivals zur Verfügung gestellt. 


Montag, 01.10.2018 um 08:00

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