Die Phasen der Prüfungsvorbereitung

STEIL Online Story Mai 2017

Prüfungen gehören zum Studium ebenso wie die strickte Nudeln mit Pesto Diät oder das Handy „süchteln“ während der Vorlesung. Die sechs Prüfungswochen im Studienjahr können zur besten oder schlimmsten Zeit werden. Hast du die Prüfungen geschafft gibt’s Grund zum Feiern und falls nicht: gerate nicht in Panik, denn die nächste Prüfungswoche kommt bestimmt schneller als du denkst.

Die Vorbereitung auf die Prüfungen ist schon eine Wissenschaft an sich und nicht selten findest du dich während dieser Zeit in Zuständen wieder, von denen du niemals gedacht hättest, dass du sie erreichen könntest. Auch wenn Lernen ein individueller Vorgang ist, weißt du jedoch mit Sicherheit, dass du Student bist, wenn du dich schon in mindestens einer dieser Phasen wieder gefunden hast.

 

1.)  Die „Dieses Mal wird alles anders“  Phase

Wer kennt es nicht: Das Semester beginnt, die Prüfungen scheinen noch Lichtjahre entfernt und es kommen Sätze wie „Das wird meine farblich nach Kapiteln kodierte AMC 1 Mappe“ oder „Lass uns bald mal zusammen lernen anstatt feiern zu gehen“ aus deinem Mund. Du gehst freudig und motiviert Schreibmaterialien kaufen, liest dir Syllabi durch und fühlst dich wie der Anführer des Streber-Clans. Du setzt dich bei Vorlesungen in die erste Reihe, schaffst es tatsächlich einmal dein Handy auszuschalten und kannst es kaum erwarten, deine frisch angespitzten Bleistifte aufs Papier zu drücken und all‘ das Wissen in dich aufzusaugen.

 

2.)  Die „Es ist doch noch Zeit“  Phase

Das Semester tuckert so vor sich hin, du besuchst deine Vorlesungen weiterhin brav, doch während richtige Lernmotivation noch nicht eingeschlagen hat, ebbt auch die Anfangsfreude langsam ab. Mit der Zeit dämmert es dir, dass die Monate schneller vergehen, als dir lieb ist. Dennoch bist du versucht, die Tatsache zu ignorieren, dass du die Arbeit nicht ewig aufschieben kannst. Hin und wieder wirfst du einen Blick in deine Bücher, nur um festzustellen, dass du seit der ersten Einheit keine Übung mehr gemacht hast. Mit einem Anflug von schlechtem Gewissen schlägst du das Skript wieder zu. Ein Abend vor der Glotze hat schließlich auch noch keinem geschadet!

 

3.) Die „Jetzt fange ich an“  Phase

Noch ein Monat bis zu den Prüfungen. Du weißt, wenn du jetzt anfängst zu lernen, kann eigentlich nichts schiefgehen. Du siehst dich in der Bibliothek sitzen, Tag und Nacht lernen und am Ende ein „Sehr gut“ kassieren. Problem dabei ist nur, dass dieser Gedanke mehr Wunschtraum als Realität ist. Trotz der verstreichenden Zeit und deiner Nutzlosigkeit gibst du dich weiterhin der Illusion hin, dass noch alles möglich ist. Klassiker wie „Morgen fange ich an!“ oder „Ich war heute eh 15 Minuten in der Bib“ können die Tatsache auch nicht länger verschleiern, dass du nicht mehr Anführer der Streber sondern König/in der Faultiere bist. 

 

4.) Die „Fang jetzt endlich an“  Phase

Langsam kommt Panik auf und dir wird klar, dass das Pensum an Stoff, welches du dir vorgenommen hast, vielleicht doch nicht in einer Nacht zu bewältigen ist. Schlechten Gewissens setzt du dich an deinen Schreibtisch und beginnst dich mit dem Stoff auseinander zu setzen. Nach dem ersten Kapitel kommt jedoch meist das böse Erwachen und du wirst dir deiner aussichtslosen Lage bewusst. Du wünschst dir einen Zeitumkehrer, um in der Vergangenheit doch alles richtig zu machen und gelobst dir deinen Lernplan nächstes Mal einzuhalten. Von wegen!

 

5.) Die „Alles andere ist wichtiger“  Phase

Du fühlst dich wie erschlagen von allem und während du in der „Ich schaffe das niemals rechtzeitig“ Schockstarre verharrst, beginnst du in allen anderen Aspekten deines Lebens Ordnung zu schaffen.  Immerhin gehören die Fenster im Frühling doch geputzt und deine Bettlaken hast du auch schon lang nicht mehr gebügelt. Fleißig sein kann man schließlich auch woanders.

 

6.) Die „Jetzt habe ich mir aber eine Pause verdient“  Phase

Die Wohnung glänzt, der Kühlschrank ist voll und von deinem 5-Gänge-Gourment Dinner kannst du noch Tage lang zehren. Gelernt hast du noch kaum etwas, aber so viel Arbeit muss man schließlich belohnen, deswegen wird kurzerhand eine Pause eingelegt. Man muss sich schließlich auch mal was gönnen!

 

7.) Die „Niemand ist in Panik“  Phase

Angst vor den Prüfungen? Als ob! Das versuchst du dir zumindest abends im Bett    nach einem weiteren Nicht-Lerntag einzureden. Es werden dafür die Nächte durchgemacht und  Unmengen an Zucker (Nervennahrung!) und Kaffee (Überlebenselixier)  verzehrt und mit  dem Versuch, alles mögliche an Wissen in dein Kurzzeitgedächtnis zu quetschen, warst du auch schon einmal erfolgreicher. Gegen jegliche Vernunft versuchst du dir immer noch einzureden, dass alles in Ordnung sei.

 

8.) Die „Jetzt ist es auch schon egal“  Phase

Morgen ist Prüfungstag, du hast noch nicht genug gelernt und abmelden geht auch nicht mehr? Na, dann ist  auch schon alles Egal. Die Würfel sind gefallen und du beschließt dich deinem Schicksal hinzugeben. Die Aufmunterungssprüche der Familie „Gib einfach dein Bestes“ oder „Man kann Prüfungen auch immer wiederholen“ sind Balsam für deine ungebildete Seele. Denn wenn selbst Mami ein „Nicht genügend“ akzeptabel findet, welches Recht hast dann du, um dir darüber Gedanken zu machen? 

 

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Story von Nadja Riahi


Mittwoch, 03.05.2017 um 18:00

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