Neuer Studienplan in WiRe

STEIL Story Februar 2016

Um das WiRe-Studium an der WU fairer und qualitativer zu gestalten, haben wir WU-Studierende befragt: »Wo liegen deine Probleme im Wirtschaftsrechtsstudium?« Deine ÖH WU hat in diesem Semester gemeinsam mit den Programmdirektoren und dem Vizerektorat für Lehre einen neuen Wirtschaftsrecht-Studienplan erarbeitet. Dabei war es uns besonders wichtig, eure Probleme zu beheben.

 

1 | Was sind die Probleme der Studierendenß

1 | Jus kommt zu spät

»Erst kommt der BWL-Teil und viel zu spät die Einführung in die Jus. Wie soll ich da herausfinden, ob mir das Studi- um überhaupt gefällt?«
Paul (21), WiRe, 3. Semester

»Einführung in die Rechtswissenschaften hätte ich mir früher gewünscht.«
Anja (21), WiRe, 7. Semester

»Der Jus-Teil kommt viel zu spät. Das hat zur Folge, dass zu viele Studierende, die eigentlich BWL oder IBWL studieren möchten, aber an der Aufnahmeprüfung scheitern, mit WiRe starten, da die ersten Semester bei uns ohnehin nur BWL gelehrt wird.«
Stefan (23), WiRe, Master

»Eines der Hauptprobleme ist, dass man anfangs wenig vom eigentlichen Schwerpunkt – nämlich Recht – mitbekommt, da die Studieninhalte schlecht durchmischt sind.«
Fabio (21), WiRe, 2. Semester

>>> Die Lösung

Das Problem der späten Orientierung war ein essentieller Schwachpunkt des alten Studienplanes. Im neuen Studienplan befindet sich der Kurs ›Einführung in die Rechtswissenschaften‹ bereits in der Studieneingangs- und Orientierungsphase. So weißt du bereits im ersten Semester, ob dich die Inhalte deines Studiums interessieren oder du besser wechseln solltest.

Wir begrüßen diese Änderung sehr und werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass es aufgrund des teiloffenen Prüfungsmodus zu keiner Verzögerung schon in der STEOP kommt. Auch das Problem der ›Wechselstudenten‹, die sich nicht für Jus-Themen interessieren, sondern Wirtschaft studieren möchten, sollte dadurch begrenzt werden.


2 | Keine Chance auf Auslandssemester

»Ich hatte Probleme, Informationen über Auslandssemester für WiRe-Studierende zu bekommen. Bislang hat mir am Institut niemand weiterhelfen können, es gibt nur sehr wenige Partnerunis für WiRe und große Probleme bei der Anrechnung.«
Julia (19), WiRe, 2. Semester

>>> Die Lösung

Bisher gab es für WiRe-Studierende kaum Möglichkeiten, ein Auslandssemester zu absolvieren. Das soll sich in Zukunft zumindest für den Master ›Wirtschaftsrecht‹ ändern. Hier werden durch den neuen Studienplan zusätzliche (leicht anrechenbare) ECTS für ein Auslandssemester geboten.

Außerdem wurde die WU vergangenes Jahr in das ›Themis‹-Netzwerk aufgenommen. Der Schwerpunkt des Zertifikatsprogramms des ›International Legal Network of Excellence‹ liegt neben Wirtschaftsrecht auf internationalem Recht. Bereits seit dem Wintersemester 2015/16 haben WiRe-Masterstudierende an der WU die Möglichkeit, ein Auslandssemester, ein Praktikum oder ein spezielles THEMIS-Seminar zu absolvieren und das Joint Certificate in ›International and Business Law‹ – eine international anerkannte Zusatzqualifikation – zu erwerben.


3 | Zu viele Hürden im Bachelorstudium

»Gerade im Bachelorstudium wurden uns viel zu viele Hürden in den Weg gelegt.«
Richard (30), WiRe, Master

>>> Die Lösung

›Privatrecht 1‹ gilt seit langem als Hindernis im WiRe-Studium. Im neuen Studienplan werden dieser Kurs sowie einige andere umstrukturiert und die ECTS angepasst. Ob die Umstrukturierungen sinn- voll und zielführend sind, werden wir vorab in Gesprächen und Umfragen überprüfen. Deine ÖH WU wird sich auch weiterhin für Qualität und Fairness einsetzen


4 | Zu viele Sequenzierungen

»Es gibt viel zu viele Sequenzie- rungen. Manche Prüfungen kann ich erst machen, wenn ich zuvor andere Kurse positiv absolviert habe – inhaltlich macht das aber nur selten Sinn, außerdem verzö- gert sich so mein Studium.«
Sarah (19), WiRe, 3. Semester

>>> Die Lösung

In Vorabgesprächen mit den Verantwortlichen konnte sich deine ÖH WU für eine Reduktion der Sequenzierungen einsetzen. Ergebnis unseres Einsatzes ist, dass WiRe-Studierende in Folge nur mehr ›Grundlagen des Zivilrechts‹ zum Eintritt in das Hauptstudium benötigen.

 

Was denkst du über die Studienplanumstellung im WiRe-Studium? Schick uns deine Meinung, deine Sorgen und Probleme an wire@oeh-wu.at.

 

 

2 | Der alte und neue Studienplan im Vergleich

 

 

3 | Was hat sich im Bachelor-Hauptstudium geändert?

Jede Menge! So wird unter anderem der gesamte Privatrecht-Teil komplett neu strukturiert. Die Lehrveranstaltungen werden aufgeteilt und in neuen Themenkonstellationen zusammengesetzt. Im neuen Studienplan soll der Privatrechtblock, auch im Hinblick auf das darauf folgende Masterstudium ›Wirtschaftsrecht‹, logischer strukturiert und somit auch besser zu vermitteln sein. Die ÖH WU unterstützt den Ansatz, lehrdidaktische Einflüsse in die Neukonzeptionierung von Studiengängen einfließen zu lassen. Nur so kann die Lehre an der WU verbessert werden.

 

Der Privatrechtblock im neuen Studienplan ›Wirtschaftsrecht‹ hat sich am stärksten verändert. Auf der einen Seite haben sich die Lehrveranstaltungen auf vier Planpunkte reduziert, insgesamt wurde der Block jedoch um 6 ECTS aufgewertet. Vor allem die Hürde ›Privatrecht 1‹ wurde überarbeitet und wird durch ein neues Lehrkonzept in den Studienplan besser eingegliedert. Zudem waren einige Kurse (wie ›PR 1‹) unterbewertet und werden nun an den tatsächlichen Lernaufwand angepasst. Die Folge sind mehr ECTS.

Ein weiterer Fortschritt: Die Fachprüfung, die sich bislang aus willkürlich gewählten Fachbereichen zusammengesetzt hat, ist nun durch einen Kurs logisch und strukturierter aufgebaut.

Ganz neu im Hauptstudium findest du den Kurs ›Zukünftiges Wirtschaften für Juristen‹. So wird nun auch WiRe-Studierenden eine nachhaltige Komponente im Studi- um angeboten.

Der Kurs ›Grundlagen rechtswissenschaftlichen Arbeitens‹ ist im neuen Studienplan verpflichtend. Die LV ›Forschungsmethoden‹ fand im neuen Studienplan keinen Platz und fällt somit heraus.

Eine Erweiterung der Wahlfächer um die LV ›Finanzmarktaufsicht‹ soll zur Individualisierung des Studiums beitragen.

 

 

4 | Die 5 größten Änderungen im neuen Studienplan

1 | Einführung in der STEOP

Mit nächstem Wintersemester werden BaWiSo und ›Wirtschaftsrecht‹ keine gemeinsame STEOP mehr haben. ›Einführung in die Rechtswissenschaften‹ wird zum neuen Fach in der Orientierungsphase und verliert dabei einen ECTS-Punkt. Wird die Prüfung dadurch leichter? Ja, Programmdirektor Prof. Eberhard hat uns versichert, dass sich die ECTS Kürzung positiv auf den Schwierigkeitsgrad auswirken wird. Um Verzögerungen durch längere Korrekturfristen zu vermeiden, war es uns auch ein Anliegen, dass ›REWI‹ in Zukunft einen Slot am Beginn der Prüfungswoche bekommt.

 

2 | Privatrecht NEU

›Privatrecht‹ gehört zu den größten Hürden im Wirtschaftsrechtsstudium. Bislang wurden verschiedene Rechtsmaterien zusammengefasst, die in Zukunft im Gesamtstudium Wirtschaftsrecht besser eingegliedert werden.

 

3 | Sequenzierungen aufgehoben

Bisher war der betriebswirtschaftliche Teil dem juristischen Teil vorgelagert. Das hat sich geändert. In Zukunft setzt die Zulassung zu allen rechtswissenschaftlichen Pflicht- und Wahlfächern nur mehr ›Grundlagen des Zivilrechts‹ voraus. Keine 27 ECTS-Punkte mehr, kein Plus vorm Jus.

 

4 | Neugewichtung der ECTS

Der neue Studienplan bringt merkbare ECTS-Verschiebungen mit sich. Damit soll der Lernaufwand für eine Prüfung klar erkennbar werden.

 

5 | Erleichtertes Auslandssemester im Master

Die WU ist bekannt für ihre internationale Ausrichtung und einem Netzwerk aus rund 230 Partnerunis. Trotzdem war es für WiRe-Studierende bislang sehr schwierig, ein Auslandssemester zu absolvieren. Durch den neuen Studienplan werden zusätzliche (leicht) anrechenbare ECTS für ein Auslandssemester geboten. Durch die Mitgliedschaft im Netzwerk für juristische Studien ›Themis‹ soll der internationale Austausch zusätzlich gefördert werden.

 

 

5 | Änderungen im Masterstudium

Auch im Masterstudium Wirtschaftsrecht ändert sich im Zuge der Studienplanänderung Hier die vier wichtigsten Änderungen zusammengefasst:

 

Erleichterte Auslandserfahrung

Im neuen Masterstudien- plan sind mehr ECTS verfügbar, die du im Ausland absolvieren und an der WU anerkennen lassen kannst.

 

Mehr Wahlmöglichkeiten

Durch neu geschaffene Wahlblöcke kannst du dir dein individuelles Masterstudium selbst zusammenstellen.

 

Privatrecht

Der Privatrechtteil wurde an das Bachelorstudium angepasst. Der Aufbau der Kurse ist nun logischer und nachvollziehbarer.

 

Mehr Sprachen

Mit dem neuen Studien- plan soll das Thema ›Sprachen‹ im Master verstärkt werden. Die Sprachinstitute der WU werden vermehrt in bestehende Lehrveranstaltungen einbezogen.

 

 

6 | Was sagen die WiRe-Programmdirektoren?

Das Wirtschaftsrecht-Studium feiert im heurigen Jahr seinen 10. Geburtstag und kann damit bereits auf ein sehr erfolgreiches Jahrzehnt zurückblicken.

Mit der am 01.10.16 in Kraft tretenden Studienplanreform machen wir dieses sehr gute Studium noch besser und vor allem zukunftsfit. Die Änderungen gehen auf viele Anregungen der Studierenden und des Arbeitsmarktes zurück und haben alle wichtigen Wünsche bestmöglich umgesetzt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Studierenden erleben bereits am Anfang des Studiums in der völlig neu gestalteten STEOP die gesamte Bandbreite des Jus-Studiums an der WU. Vor allem die Lehrveranstaltungen aus den Bereichen ›Privat- recht‹ und ›Öffentliches Recht‹ werden noch besser strukturiert und bieten eine noch effektivere Vorbereitung auf die beiden Fachprüfungen im Bachelorstudium. Vertiefende Inhalte – etwa zu wirtschaftsrelevanten Materien wie dem Insolvenzrecht und Erbrecht – werden aufbauend darauf im Masterstudium in bewährten kleineren Gruppengrößen präsentiert, in dem überdies die Wahlmöglichkeiten bedeutend erweitert werden. Die Komplementärgebiete bieten schließlich mit den ›Courses Abroad‹ optimale Gestaltungsmöglichkeiten für ein erfolgreiches Auslandsstudium.

›JUSPLUS Wirtschaftsrecht‹ bedeutet auch weiterhin die Formel für ein vollwertiges und auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes abgestimmtes Studium.

 

Univ.-Prof. Dr. Harald Eberhard und Univ.-Prof. Dr. Martin Spitzer sind die beiden Programmdirektoren des Bachelor- und Masterstudiums ›Wirtschaftsrecht‹ und somit maßgeblich für die Studienplanänderungen verantwortlich.

 

 

7 | Was bringt die Studienplanänderung wirklich?

Wir sehen die Änderungen als wichtigen Schritt zu einem fairen, qualitativen und transparenten Studium. Wir haben den Prozess begleitet, wertvollen Input geleistet und auf diese Weise viele Probleme der Studierenden gelöst.

Die Änderungen werden mit Wintersemester 2016/17 in Kraft treten, wir werden in einer zukünftigen Ausgabe den Wechsel des Studienplans behandeln.

›Wirtschaftsrecht‹ wird erwachsen:

     1. Schnellere Orientierung im Studium – JUS von Beginn an

     2. Schnelleres Studieren durch weniger Sequenzierungen

     3. Schreckgespenst ›Privatrecht‹ entschärft

     4. Internationalität im Masterstudium – einfacheres Auslandsemester

 

Als dein starker Partner im Studium begrüßen wir die Änderungen und können dir versichern, dass wir bis zur Umsetzung und darüber hinaus weiterhin eine Verbesserung deines Studiums verfolgen werden. Deine Meinung ist uns besonders wichtig! Solltest du Fragen, Anregungen oder Wünsche haben, schreib uns eine Mail an: wire@oeh-wu.at

Selma Gwozdz, stellvertretene Vorsitzende der ÖH WU und verantwortlich für Service- und Beratungsthemen über die Änderungen in ›Wirtschaftsrecht‹.

 

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Story VON WERNER NEUWIRTH UND BASTIAN GESSLEIN


Montag, 01.02.2016 um 18:00

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