Mogelpackung Zugangsregeln

Willkür statt Fairness beim Zulassungstest der WU

Intransparente Aufnahmekriterien

Zuerst Grübeln über einem Motivationsschreiben, anschließend Absolvierung eines Aufnahmetests. All das, um der Wirtschaftsuniversität zu zeigen, dass man gewillt ist ein Studium durchzuziehen. Doch wofür die Mühe, wenn die Vorbereitung auf den Test nicht notwendig ist, da von vornherein klar ist: Der Aufnahmetest wird nicht stattfinden! Die Idee ist nicht schlecht, doch die Umsetzung lächerlich. Diese „Zugangsregeln“ sind nichts mehr als ein Konstrukt der Regierung, um vorzugeben sie hätten im bildungspolitischen Bereich Verbesserungen erzielt.

Schon alleine in der organisatorischen Abwicklung sind starke Mängel vorzuweisen. Die Motivationsschreiben werden von nicht genauer definierten „Studentischen Mitarbeitern“ überflogen, die auf Eignung für ein Wirtschaftsstudium prüfen. Die Eignung der Mitarbeiter selbst ist fraglich. 3.391 eingereichte Dokumente sollen innerhalb eines Monats beurteilt werden. Glaubt die Uni wirklich, dass diese Mitarbeiter jedes Schreiben durchlesen und eine qualifizierte Einschätzung geben können? Überhaupt ohne vordefinierte Kriterien zum Vergleich? Da kein Student anhand seines Schriftstücks abgelehnt wurde, liegt die Vermutung nah: Ein weißes Blattpapier tut‘s auch.

Test findet nicht statt

Die Vorhersage, dass kein Aufnahmetest stattfinden wird, ist bereits durch die Inskriptionszahlen bestätigt. Der Test soll erst stattfinden, wenn die Zahl der StudienbewerberInnen höher als 3.674 ist. Dies entspricht genau dem Durchschnitt an Erstinskriptionen in den vergangenen Jahren. Hätten sich nun 20 Personen mehr angemeldet, wäre der Zulassungstest dennoch nicht abgehalten worden. Die horrenden Mietkosten für die Räumlichkeiten in der Messe, wären im Vergleich mit den Kosten für 20 Studierende mehr, nicht vertretbar. Somit wäre lediglich eine Verschlechterung vorgebeugt, keinesfalls eine Verbesserung der Studienbedingungen garantiert.

Klare Prognose fürs nächste Jahr: Zugangstest findet statt

Die Mogelpackung wäre jedoch nicht komplett ohne die Voranmeldung. Um ein Studium im Studienjahr 2013/2014 auf der WU betreiben zu können, musste im Zeitraum vom 15.April – 31.Mai eine online Voranmeldung gemacht werden. Dass mit Stichtag 31.5 noch kein Schüler der Abschlussklasse seine Matura hat, bzw. sich noch intensiv in der Vorbereitung auf die letzten Prüfungen befindet, wurde nicht berücksichtigt. Der Fokus der Schüler liegt zu diesem Zeitpunkt kaum auf der Universität. Eine Bestätigung dafür, dass einige die Voranmeldung verpasst haben, lässt sich an den Zahlen der Erstzugelassen feststellen. Die Abweichung im Bachelor Wirtschaftsrecht beträgt +53% zur Anzahl an BaWiRe-Studierenden im WS 2012. 475 Studenten haben sich als Übergangslösung in Wirtschaftsrecht inskribiert. Sehr schlau, da sie in einem Jahr zur Aufnahmeprüfung antreten können. Hinzukommt, dass die STEOP vollständig, die Prüfungen des CBK Großteils vom WiRe-Studium auf das WiSo-Studium anerkennbar sind. Dieser Umstand hat jedoch zwei Konsequenzen:

Der Zulassungstest im nächsten Jahr wird stattfinden, wenn die 475 zusätzlich zu den kalkulierten 3.674 dazu antreten. Jene die den Test nicht bestehen und in Wirtschaftsrecht verbleiben oder dies wieder als Notlösung beginnen, nehmen Kapazitäten in Anspruch, die nie für WiRe-Beginner eingeplant wurden.

Kann man dieses Konstrukt überhaupt „Zulassungsregelung“ nennen? Ich sage Nein, von Regelung keine Spur, sonder lediglich von Willkür.


Donnerstag, 22.08.2013 um 18:00

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