Mehr Inhalt, mehr Plätze, mehr Auswahl!

STEIL Story im März 2013

Seit Jahren herrscht an der WU ein großer Mangel an SBWL-Plätzen. Jetzt tut sich endlich was: Zwei neue SBWLs bieten mehr Raum für die individuelle Gestaltung des Studiums, zugleich hat die ÖH WU ein neues Anmeldesystem initiiert. Mit den AGs sollen wichtige Daten gesammelt und die Verteilung der Plätze in Zukunft fairer und sinnvoller gestaltet werden. Alle Details zu den Hintergründen und neuen Inhalten bekommt!

 

Allein an der WU waren im Studienjahr 2014/15 21.396 ordentliche Studierende inskribiert, in ganz Österreich studieren aktuell 52.975 Menschen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften – das sind verdammt viele Absolventen, die Jahr für Jahr auf den Arbeitsmarkt drängen und um die spannendsten Masterplätze kämpfen. Damit man sich von dieser schier unendlichen Masse abhebt, sind gute Noten und passende Spezialisierungen essentiell. Derzeit bietet die WU 27 SBWLs mit insgesamt 1939 Plätzen an, damit die Studierenden ihr Studium so individuell wie möglich gestalten können und sich in genau den Bereichen weiterbilden können, die sie interessieren und in denen sie sich eine berufliche Zukunft vorstellen können.
Doch was auf den ersten Blick nach einem großen, vielseitigen Angebot klingt, ist in der Praxis hart umkämpft. Denn auf die knapp 2.000 Plätze kommen nach unseren Berechnungen mindestens 3.800 Bewerber. So wollten vergangenes Jahr 344 WU-Studierende die SBWL ›Personalmanagement‹ belegen, doch sind nur 60 Plätze verfügbar.
Auch bei den SBWLs ›Verhaltenswissenschaftlich orientiertes Management‹ und ›Handel und Marketing‹ kämpfen mehr als vier Studierende um einen Platz. Kein Wunder also, dass die Aufnahmebedingungen für beliebte SBWLs immer anspruchsvoller werden: Empfehlungs- und Motivationsschreiben, Prüfungen und Bewerbungsgespräche sind keine Seltenheit, um in eine Spezialisierung aufgenommen zu werden. Trotz der Vielfältigkeit an Bewerbungsmöglichkeiten müssen immer mehr Studierende auf Spezialisierungen ausweichen, die sie in Wahrheit gar nicht interessieren. Seit Jahren herrscht akuter Platzmangel und trotz großer Zwischenerfolge, wie zuletzt 225 zusätzliche SBWL-Plätze im Jahr 2014, kämpft die ÖH WU weiter und erzielt nach und nach Ergebnisse.

Ab kommendem Semester wird es die neue SBWL ›Data Science‹ mit 30 Plätzen geben, die SBWL ›Service & Digital Marketing‹ wird um 20 zusätzliche Plätze ausgebaut.
Ab dem Sommersemester 2017 kommt dann die SBWL ›Organisation‹ mit 30 Plätzen hinzu. Das soll die Lage entspannen, der optimale Zustand ist aber noch keineswegs erreicht.

Das erklärte Ziel der ÖH WU: Jeder WU-Studierende soll sich in dem Bereich spezialisieren können, der ihn am meisten interessiert. Doch wie findet die WU heraus, für wen die SBWL die erste oder zweite Wahl ist, oder für wen sie nur eine Notlösung darstellt? Was tun WUler, wenn sie keinen Platz in ihrer Wunsch-SBWL bekommen? Versuchen sie es nächstes Semester erneut, weichen sie auf andere SBWLs aus? Wie agieren jene Studierende, die über einen längeren Zeitraum gar keinen Platz bekommen? Wichtige Fragen, auf die die WU bislang keine Antworten hatte, denn über die Anzahl der Plätze im Verhältnis zu den Anmeldungen gibt es keine gesammelten Daten.
Dank des intensiven Einsatzes der ÖH WU wird sich das nun ändern. Das neue Anmeldesystem, die AGs, dokumentiert das Verhalten der Studierenden und sammelt wichtige Daten. Nach der Auswertung kann dann die interne Vergabe der SBWL-Plätze optimiert werden

 

 

Was bedeutet ›SBWL‹?

›SBWL‹ ist die Abkürzung für ›Spezielle Betriebswirtschaftslehre‹. Es handelt sich um abgestimmte Studienprogramme im Umfang von 10 Semesterstunden und 20 ECTS-Anrechnungspunkten. Die Anzahl und die Auswahlmöglichkeiten der zu absolvierenden SBWLs sind von dem/den gewählten Studienzweig/en abhängig.

 

Was ist der Sinn von SBWLs?

Die Studierenden können ihr betriebswirtschaftliches Allgemeinwissen in eine spezielle Richtung vertiefen und sich in den Bereichen weiterbilden, die sie am meisten interessieren und in denen sie später arbeiten möchten.

 

Welche Konsequenzen hat die Wahl der SBWLs?

Die Wahl der SBWL hat direkten Einfluss auf die Wahl des Masterprogramms. Viele Masterprogramme an der WU setzen eine gewisse Anzahl ECTS-Punkte in speziellen Bereichen voraus. Diese ECTS-Punkte sind nur mit der Belegung der passenden SBWL-Kurse zu erreichen.

 

 

Das neue SBWL-Anmeldesystem: Die AGs

 Auf Drängen der ÖH WU hat sich seit dem Wintersemester 2015/16 die SBWL-Anmeldung radikal geändert. Die neue Anmelderegelung im Rahmen einer ›AG‹ (Arbeitsgemeinschaft) ermöglicht der WU den Anmeldedschungel zu durchblicken und in Zukunft besser zu steuern. Bis jetzt wurde nicht einmal zentral erfasst, wie viele Studenten sich bei einer SBWL angemeldet haben und wie viele genommen wurden. Dies dokumentierten zwar die meisten Programmverantwortlichen und veröffentlichten es teilweise sogar auf ihren SBWL-Vorstellungsseiten, allerdings wurden die Daten niemals zusammengefügt. Zugleich weiß niemand an der WU, was jene Studierende tun, die

nicht aufgenommen werden. Wir haben schon einmal Vorarbeit geleistet und die uns zugänglichen Daten in der übersichtlichen Grafik auf weiter unten zusammengefügt. Die Auswertung der Daten der AGs wird das Bild bestätigen und weitere, wichtige Puzzleteile liefern. Die gesammelten Daten werden helfen, die Chance auf deine Wunsch-SBWL massiv zu erhöhen!

 

 

Wieso Arbeitsgemeinschaften?

Der Lehrveranstaltungstyp ›Arbeitsgemeinschaften‹ wird klassischerweise für Prüfungsvorbereitungen eingesetzt. In einer Arbeitsgemeinschaft werden gemeinsam Fallbeispiele gelöst. Charakteristisch für eine Arbeitsgemeinschaft ist auch, dass für den Besuch und Abschluss keine ECTS vergeben werden. Das ist auch der Grund wieso dieser Typus für das neue Anmeldesystem gewählt wurde.

 

Wozu dienen die AGs?

In diesem Fall ist die Arbeitsgemeinschaft (Kurz: AG) als Dummy-Variable zu verstehen. Anstatt eines gemeinsamen Kurses ist es ein einheitliches Anmeldeverfahren, welches über sämtliche Spezialisierungen hinweg eingesetzt wird.

 

Was passiert mit meinen Daten?

Die Daten über die aktuellen Anmeldungen liegen damit erstmals nicht nur bei den einzelnen Instituten, sondern auch gesammelt beim Vizerektorat für Lehre. Diese Daten sollen dazu eingesetzt werden, Engpässe und punktuelle Problemstellungen aufzuzeigen und damit Lösungen zu erleichtern

 

 

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Story VON BASTIAN GESSLEIN, JULIA KABÁZ UND TAMARA SHURMELOVA 


Dienstag, 01.03.2016 um 09:00

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